Können Statine atherosklerotische Plaque in der Arteria carotis günstig beeinflussen?

Anfrage

Kann die Therapie mit Statinen atherosklerotische Plaque in der Arteria carotis im Sinne einer Verringerung der Intima-Media-Dicke positiv beeinflussen?

Ergebnisse

Studien

Eine methodisch gut durchgeführte systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2013 fasste 21 randomisiert kontrollierte Studien mit 6 317 PatientInnen zusammen, die den Effekt von Statinen auf die Intima-Media-Dicke der Arteria carotis communis untersuchten (1). Die PatientInnen in den Studien hatten als Haupterkrankung entweder Atherosklerose der Carotis, koronare Herzerkrankung, periphere arterielle Verschlusskrankheit, arterielle Hypertonie, Hypercholesterinämie oder Diabetes melllitus. In allen Studien wurde die Statin-Therapie mit Placebo bzw. keiner Statin-Therapie verglichen.

Resultate   

In einem Beobachtungszeitraum zwischen einem halben und vier Jahren verringerte sich unter Therapie mit Statinen die Intima-Media-Dicke um durchschnittlich 0,03 mm, was einen geringen, aber statistisch signifikanten Effekt bedeutet (WMD [weighted mean difference]: -0,03; 95% KI [Konfidenzintervall]: -0,05 bis -0,01). Das zeigte eine Meta-Analyse der 21 Studien mit 6 317 PatientInnen.

Subgruppenanalysen zeigten, dass eine Statin-Therapie im Sinne einer Sekundärprävention nach kardiovaskulären Events im Vergleich zur Kontrollgruppe die Intima- Media-Dicke um 0,05 mm verringert (WMD: -0,045; 95% KI: -0,046 bis -0,043). Studien, die den Einsatz von Statinen in der Primärprävention untersuchten, zeigten keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen (WMD: -0,004; 95% KI: -0,013 bis 0,006).

 

Stärke der Evidenz
2 von 3 = Moderat
Statine können – zumindest in der Sekundärprävention – die Intima-Media-Dicke statistisch signifikant verringern. Aufgrund der hohen Heterogenität der verfügbaren Studien haben wir die Verlässlichkeit dieser Daten als moderat eingestuft. Die AutorInnen fanden keine Ursache für die hohe Heterogenität. Es ist möglich, dass zukünftige Untersuchungen zu abweichenden Ergebnissen kommen könnten.

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