Interleukin-Hemmer bei palmoplantarer Pustulose

Anfrage

Welche Evidenz gibt es zur Effektivität und Sicherheit von Interleukin-Hemmern bei PatientInnen mit palmoplantarer Pustulose?

Ergebnisse

Studien

Wir haben zur Fragestellung insgesamt sechs randomisiert kontrollierte Studien (RCTs) gefunden [1-6], die bei insgesamt 581 PatientInnen mit mittelschwerer bis schwerer chronischer palmoplantarer Pustulose die Wirksamkeit und Sicherheit der Interleukin-Hemmer Anakinra, Guselkumab, Secukinumab, Spesolimab oder Ustekinumab mit Placebo verglichen. In den Studien wurden zwischen 13 und 237 TeilnehmerInnen mit einem Durchschnittsalter von 50 bis 55 Jahren eingeschlossen. Die Mehrheit der StudienteilnehmerInnen waren Frauen. Die Studiendauer reichte von 12 bis zu 52 Wochen. Wie die Teilnehmenden auf die Therapie ansprachen, wurde unter anderem mittels Dokumentation von Veränderungen des Palmoplantar Pustulosis Area and Severity Index (PPPASI) beurteilt. Der Anteil an PatientInnen, mit mindestes 50 Prozent Verbesserung des PPPASI-Scores wurde als PPPASI-50-Ansprechrate definiert.

Resultate

  • Therapieansprechen

Guselkumab versus Placebo: Zwei RCTs mit insgesamt 208 PatientInnen [5; 6] zeigten mit Guselkumab ein höheres Therapieansprechen als mit Placebo. In der größeren der beiden Studien lag die PPPASI-50-Ansprechrate nach 16 Wochen mit Guselkumab 100 mg bei 57,4 Prozent (31 von 54) und mit Placebo bei 34,0 Prozent (18 von 53), Risk Ratio [RR] 1,69 [95% Konfidenzintervall [KI]: 1,09 bis 2,62) [6].

Secukinumab versus Placebo: Für Secukinumab im Vergleich zu Placebo fand ein RCT eine höhere PPPASI-50-Ansprechrate als mit Placebo (52,2% [36 von 69] vs. 32,9% [23 von 70], RR 1,59 [95% KI: 1,06 bis 2,38]) [3].

Anakinra, Spesolimab oder Ustekinumab versus Placebo: In Bezug auf das Therapieansprechen zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied. Die Zahl der Studienteilnehmer war zu gering, um einen Effekt nachzuweisen [1; 2; 4] (siehe Tabelle 1).

  • Schwere unterwünschte Ereignisse

Insgesamt traten in den Studien wenige schwere unerwünschte Ereignisse auf. In den sechs RCTs mit 581 PatientInnen zeigte sich in Bezug auf schwere unerwünschte Ereignisse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den PatientInnen, die einen Interleukin-Hemmer und jenen, die Placebo erhielten. [1-6]

 

Stärke der Evidenz
1 von 3 = Niedrig

Das Vertrauen in das Ergebnis ist niedrig, dass bei PatienInnen mit palmoplantarer Pustulose, die Guselkumab oder Secukinumab erhalten, die Ansprechrate größer ist als mit Placebo ist. Um eine verlässlichere Aussage zu treffen, sind weitere randomisiert kontrollierte Studien erforderlich.

Stärke der Evidenz
0 von 3 = Insuffizient

Das Vertrauen in die Evidenz ist insuffizient, um bei PatienInnen mit palmoplantarer Pustulose eine Aussage zur Wirkung von Anakinra, Spesolimab oder Ustekinumab zu treffen.

Stärke der Evidenz
0 von 3 = Insuffizient

Das Vertrauen in die Evidenz ist insuffizient, um eine Aussage zu treffen, ob bei PatientInnen mit palmoplantarer Pustulose, die einen Interleukin-Hemmer erhalten, das Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse höher ist als mit Placebo.

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